• Michel

Unser Wuppertal: Eine Stadt in Bewegung. 🚟

Wir schreiben das Jahr 2021 und ich muss noch immer, wenn ich über Wuppertal berichte, diese Stadt in jedem zweiten Satz verteidigen. Wuppertal sei extrem hässlich, völlig überschuldet und das Schönste an Wuppertal wäre noch die A46, wenn man keine Ausfahrt nehmen müsste, sondern einfach nur schnell durchfahren kann. Was ich mich dann immer frage: Warum blenden wir für unsere Heimat vieles aus und sehen die so schönen Ecken aber überall anders?


Ich wurde 1982 in Wuppertal geboren. Um genau zu sein in 5600 Wuppertal 12, dem heutigen 42349. Schon als kleiner Junge antwortete ich auf die Frage "Wo kommst du eigentlich her?" mit: "Aus der Nähe von Düsseldorf". Wuppertal war nicht groß genug, um es zu kennen und außerdem zu hässlich. Man hat sich auch immer irgendwie geschämt. Aber habe ICH mich eigentlich geschämt? Oder war das einfach die generelle Meinung der damaligen Zeit?


Das kann es eigentlich nicht gewesen sein. Denn spreche ich heute mit meiner Familie, Bekannten oder Freund:innen über Wuppertal, war es früher viel viel toller und ist erst später hässlich geworden.


Wie? Was denn jetzt?


"Schau dir doch mal Düsseldorf an, die Promenade am Rhein, die Kö, Oberkassel. Das ist doch etwas ganz anderes als Wuppertal!" höre ich immer wieder, vielleicht auch, weil ich über 10 Jahre in Düsseldorf gearbeitet habe und damit oftmals die Stadt am Rhein als Vergleich herhalten musste. Kennt ihr aber Düsseldorf rund um den Hauptbahnhof? Also nicht: Ankommen - ab in die U-Bahn - Königsallee aussteigen, nein, ich meine raus aus den Türen und dann mal 5-10 Minuten ein wenig in irgendeine Richtung laufen. Ihr findet das, was viele mit Wuppertal verbinden. Dreck, unsaubere Ecken und und und.


Das gibt es in Düsseldorf, in München, in Hamburg und in Wuppertal.


Aber: Es gibt die Kö, die Promenade und Oberkassel auch in Wuppertal. Es gibt die Nordbahntrasse, das Briller Viertel, die Hardt, das Luisenviertel, den Vorwerkpark, die vielen vielen weiteren Grünflächen . Es gibt so viele schöne Ecken und es werden immer mehr. Weil immer mehr Menschen Wuppertal lieben lernen. Auch wenn die Vergangenheit meines "Tals" nicht immer einfach war, kann die Zukunft eine Großartige werden. Weil es Menschen gibt, die Wuppertal verändern und gestalten wollen. Von Wuppertaler:innen - für Wuppertaler:innen.


Und das codeks ist ein Ort, wo diese Impulse für die Neugestaltung oftmals ihren Ursprung finden.

Denn was früher nicht so schön war, kann in Zukunft umso schöner werden.